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Kreuzworträtsel

Aktenzeichen F07.7/ F07.8 (Teil 2)

Posted on 2009.11.09 at 17:40
Tags: , , ,
TITEL: Aktenzeichen F07.7/ F07.8
GENRE: Drama/Angst
CHARAKTERE: Wilson, House, altes Team, Wilsons Eltern, Wilsons Bruder
PAIRING: Gen
ALTERSEINSTUFUNG: ab 16
LÄNGE: 20.271 Wörter
SPOILER: keine
ZUSAMMENFASSUNG: Es gibt Momente im Leben, da ist das Schicksal grausam. Da wird eine kleine Unaufmerksamkeit zur Katastrophe. Familien werden zerstört. Freundschaften auch. Nichts wird mehr so sein, wie vorher. Achtung, Charaktertod!

Künstlerischer Beitrag: Aktenzeichen


+++

Sie brachten Jim ins ‘South Central‘. Das ‘South Central’ war eine Partnerklinik der Psychiatrie.
Erleichterte alles. Die dortigen Ärzte konnten die Patienten besser händeln.

“So mal sehen…” Aufmerksam sah sich der Chirurg die Röntgenaufnahmen von Jims Arm an. Die Kollegen hatten ganze Arbeit geleistet. Sie mussten Wilson mehr als grob festgehalten haben.
“Das wird nicht einfach werden.”, murmelte er vor sich hin, griff nach der Aufnahme und verließ sein Büro.
Kurz darauf betrat er in voller OP Kleidung den Operationssaal, pappte die Aufnahme unter den Projektor und trat bei Seite.
Interessiert traten seine Kollegen näher, murmelten leise.
“Okay Leute! Volles Programm. Hoffe wir bekommen ihn soweit hin, dass er den Arm wieder bewegen kann.”

Er hatte Schmerzen, als er wieder zu sich kam.
Jim blinzelte gegen das Licht, schloss die Augen wieder und stöhnte leicht auf.
Die Betäubung hatte ihm Kopfschmerzen, einen trockenen Mund und Übelkeit beschert.
“Hallo Mr. Wilson. Schön dass Sie wach sind.” Eine freundliche Stimme sprach zu ihm. Die einzige Reaktion von Jim bestand darin, kurz zu blinzeln.
“Okay. Ich habe Ihren Arm operiert. Wenn alles gut gelaufen ist, können Sie in einer Woche die Klinik verlassen.”
Jim starrte aus dem Fenster, sagte kein Wort, noch reagierte er auf den anderen Mann. Warum sollte er? Er kannte den Mann nicht, noch wollte er hier sein.
“Wir haben Ihre Medikation umgestellt. Sie bekommen Oxychodron gegen die Schmerzen und andere Barbiturate.”
Wilson schloss die Augen, gab dem anderen Arzt dadurch zu verstehen, dass er allein gelassen werden möchte.
“Okay. Schlafen Sie sich aus.” Der Arzt erhob sich, verließ das Krankenzimmer.
Langsam öffnete Wilson die Augen wieder, griff vorsichtig nach der rechten Hand und drehte sich auf die Seite, darauf bedacht, den operierten Arm nicht unnötig zu bewegen.
Tränen schimmerten in seinen Augen und er schluchzte leise auf.
Sie hatten ihn hintergangen. Alle.

House war nicht sofort in die Klinik gefahren. Da es Sonntagnachmittag war, war er der Ansicht, dass es reichte, wenn er ihn Montag besuchte.
Jim sollte erst einmal zur Ruhe kommen. House hatte sowieso den Verdacht, dass sein Freund ihn nicht sehen wollte.
Er würde das ‘South Central’ später anrufen und sich kurz nach dem Verlauf der Operation erkundigen. Das musste für heute reichen.
Ein leiser Seufzer entrang sich House Kehle, als er auf seiner Couch platz nahm.
Seine Gedanken gingen auf Reisen.
Wie oft hatten er, Wilson und dessen kleine Familie hier gesessen, ferngesehen, Bier getrunken und einfach nur geschwiegen? Wie oft hatten sie auf der Couch rumgetollt? Wie oft hatten sie gelacht und waren glücklich gewesen?
“Verdammt Wilson. Das hast Du nicht verdient.”

***

House Leute spürten es sofort, als ihr Boss das Besprechungszimmer betrat. Irgendetwas war vorgefallen.
Cameron wechselte einen kurzen Blick mit Chase, stand dann auf und schenkte House eine Tasse Kaffee ein.
“Hier.”, sagte sie, reichte die Tasse ihrem Boss.
Dieser nahm sie mit einem kurzen Lächeln entgegen.
“Danke.” Ein Schluck folgte, dann räusperte er sich. “Wilson liegt im South Central. Es gab gestern einen kleinen Zwischenfall. Er hat sich den Ellenbogen gebrochen.”
“Was? Wie konnte das passieren? Ist er gestürzt?”, fragte Cameron besorgt.
“Nein. Es kam zu einem Handgemenge. Zoff zwischen Patienten.”
“Muss ja ziemlich heftig gewesen sein der Zoff.”, bemerkte Chase und Foreman nickte zustimmend.
“Ja. Egal. Er ist operiert worden und ich denke, er kann in einer Woche das Krankenhaus verlassen.”
Zustimmendes Murmeln erklang.
“Da das jetzt geklärt ist. Welche Fälle haben wir?” Fragend sah House seine Kollegen an.

Wilson reagierte nicht, als sich die Tür öffnete.
“Guten Tag Mr. Wilson. Visite.”
‘Visite. Die habe ich auch mal gemacht. Früher…’, dachte er, drehte sich dann doch langsam auf den Rücken.
Eigentlich wollte er so liegen bleiben, wie er war, kam aber zu dem Schluss, dass das mehr als kindisch wäre.
Nun, auf den Rücken liegend, sah er den drei Ärzten und der Schwester ruhig entgegen.
“Hallo.” Einer der Ärzte lächelte ihm freundlich entgegen. “Ich bin Doktor Petrel. Ich war gestern kurz bei Ihnen. Erinnern Sie sich?”
Ein unmerkliches Nicken von Wilson.
“Gut. Ich möchte mir gerne Ihren Arm ansehen.” Vorsichtig griff Petrel nach der rechten Hand von Jim. “Bewegen Sie mal die Finger.”
Langsam schloss und öffnete Jim seine Hand.
“Das ist gut. Schön.” Ein erneutes Lächeln. “Wie sieht es mit den Schmerzen aus?”
‘Was gehen dich meine Schmerzen an?’ Ihre Blicke trafen sich und Petrel nickte verstehend.
“Okay.” Petrel wandte sich an seine Kollegen. “Halbe Schmerzmedikation. Das andere bleibt wie bisher.”
Aufmerksam hörte Jim zu, registrierte jede Bewegung, jede Geste.
“Schön Tag noch Mr. Wilson.”
Petrel und die Anderen ließen Jim wieder allein.

Sofort nach House Dienst, machte sich dieser auf den Weg zu Jim.
Mit eiligen Schritten betrat er die Klinik, warf einen kurzen Blick auf den Wegweiser und war dann schon auf der Station, auf der Jim lag.
“Ah wir haben Sie schon erwartet.” Petrel streckte eine Hand House entgegen und dieser ergriff sie.
“Wie geht es ihm?”, fragte House sofort.
“Den Umständen entsprechend. Die Operation ist gut verlaufen.” Petrel machte eine kurze Pause. “Ich will offen sein. Er liegt nur da, sagt kein Wort. Er isst zwar etwas, aber…” Ein hilfloses Schulterzucken. “Er ist so voll gepumpt mit Medikamenten, dass wir es nicht wagen, ihm Zoloft zu geben.”
Nachdenklich nickte House. Das war nicht gut. Es war schon schlimm genug, dass Jim in einer eigenen Welt lebte, aber nun mitzuerleben, dass er sich aller Wahrscheinlichkeit aufgab, war mehr als erschreckend.
“Gehen Sie zu ihm. Zeigen Sie ihm, dass Sie da sind.” Petrel berührte House kurz am Arm, lächelte aufmunternd.
“Danke.”

Irgendwie fürchtete sich House, Jims Krankenzimmer zu betreten. Er wusste nicht, was ihn erwartete. Wie Jim reagieren würde, wenn er sah, dass House ihn besuchte.
Ein kurzes schließen der Augen, ein festes Umklammern des Stockes und dann betrat House das Zimmer.
Was er zuerst sah, war Jims Rücken.
“Hallo Jim.”, sagte House leise, denn er wusste nicht, ob sein Freund schlief.
Ein kurzes verstärktes Heben und Senken des Brustkorbes sagte House, dass Jim wach war.
“Wie geht es Dir?” Langsam kam er auf ihn zu, umrundete das Bett und begegnete zwei braunen Augen. “Darf ich?” House deutete auf die Bettkante und er setzte sich vorsichtig hin.
Eine Weile sagte keiner von beiden etwas.
“Was passiert ist, tut mir leid.” House drehte den Kopf, blickte auf seinen Freund hinab, begegnete dort wachsamen Augen. “Ich werde dafür sorgen, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Olli ist in letzter Zeit mehr als auffällig gewesen. Er hatte kein Recht, Deine Zettel zu entfernen.”
Ein unmerkliches Blinzeln von Wilson.
“Jim…” House brach ab, denn er merkte, dass er ihn nicht erreichte. Sein Freund zog sich wieder zurück. Er würde wieder dort ankommen, wo sie vor knapp einem dreiviertel Jahr waren. Nach dem schrecklichen Unfall.
House streckte zaghaft eine Hand aus, berührte Wilson vorsichtig. Warme Finger schlossen sich um Wilsons rechte Hand, zeigten dadurch, dass dieser nicht allein war. Das da ein Mensch war, der ihm helfen wollte.
Wilson zog seine Hand zurück, brach den körperlichen Kontakt zu House damit ab.
“Okay. Ich verstehe.”, sagte House leise, versuchte nicht ärgerlich und enttäuscht zu klingen. “Ich habe Dir was mitgebracht.” Er beugte sich zu seinem Rucksack hinunter, kramte kurz in diesem und holte wenig später eine Tageszeitung hervor. “Ist von heute.”, sagte er, reichte die ‘New York Times’ seinem Freund.
Wilson blickte kurz auf die Zeitung, rührte keinen Finger.
“Ich lege die mal auf den Tisch.” House stand auf, legte die Zeitung ab und wandte sich wieder an Wilson. Ihm wurde klar, dass es derzeit keinen Sinn hatte, weiter hier zu bleiben. Er beschloss mit dem nächsten Besuch zu warten, bis Wilson wieder in der Psychiatrie war.
“Ich gehe dann mal wieder. Machs gut.” House schulterte seinen Rucksack ging zur Tür. Als er dort war, drehte er sich noch einmal um, um festzustellen, dass Wilson sich herum gedreht hatte und ihn stumm nachsah.

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